DIE ANFÄNGE DER CHRISTLICHEN WALLFAHRT

Ausgangspunkt der christlichen Wallfahrt ist der Glaube, dass Gott selbst in Gestalt Jesu unter den Menschen geweilt hat und damit sein Land zum Heiligen Land geworden ist.

Nach dem Tod Jesu hatten die Christen den Wunsch, an Orten seines Wirkens zu beten, was ihnen jedoch durch die Verfolgungen fast unmöglich war, bis Kaiser Konstantin im Jahr 313 dem Christentum die Gleichberechtigung gewährte. Die wachsende Schar christlicher Gläubiger konnte nun die heiligen Stätten Palästinas kennenlernen.

Bald verbreitete sich der Grab- und Reliquienkult auch außerhalb Palästinas und der Glaube, dass Märtyrer nach ihrem Tod direkt in den Himmel aufgenommen würden, ließ neben den Totenkulten die Märtyrerverehrung populär werden.

Die antike Vorstellung, dass die Gräber die Häuser der Toten waren, lebte jedoch auch noch im Christentum weiter und so pilgerten die Gläubigen zu den Märtyrergräbern, um sie um Fürbitte anzurufen.

Bereits ab dem sechsten, besonders aber ab dem siebten Jahrhundert, als das Heilige Land durch die Perser und später durch die Araber erobert wurde, entwickelten sich im Westen zahlreiche Märtyrer- und Heiligengräber, wie in Konstantinopel und Rom1, zu wichtigen Wallfahrtsstätten.2

Quellen (bitte klicken)

Text: Lara Buschmann

  1. Durch der Übertragung von Verehrungsgegenständen von Palästina nach Rom stieg die Popularität Roms für Pilger außerdem erheblich an. Später wurden auch Bildnisse verehrt wodurch unter anderem verschiedene Marienwallfahrtsorte entstanden.
  2. Vgl.: Herbers, Klaus: Jakobsweg. Geschichte und Kultur einer Pilgerfahrt, München 2006, S. 35