Europäische Kulturwege und die Erklärung von Aranjuez


Das Programm der europäischen Kulturwege, im Jahr 1987 durch den Europarat mit der Erklärung des Jakobsweges zum Ersten Europäischen Kulturweg ins Leben gerufen, hat sich zum Ziel gesetzt einen Beitrag zum Erhalt und zur Aufwertung des europäischen Kulturerbes zu leisten, die gemeinsame kulturelle Identität in Europa sichtbarer zu machen und eine Weiterentwicklung des Kulturtourismus unter Berücksichtigung nachhaltiger, sozialer und ethischer Werte zu unterstützen. Ein Aspekt ist die Förderung des interkulturellen und zwischen verschiedenen Religionen stattfindenden Dialogs durch eine offene und vielfältige Interpretation von Europa. Mit diesen Bestrebungen setzt das Programm auch die grundsätzlichen Aufgaben des Europarates um: Schutz und Förderung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sowie Dialog, gegenseitige Verständigung und Austausch über Grenzen in ganz Europa.

Das Europäische Institut für Kulturwege mit Sitz in Luxemburg ist seit 1998 für das Kulturwege- programm verantwortlich und stellt die Umsetzung in den 50 Unterzeichnerstaaten des europäischen Kulturabkommens sicher, führt die Zertifizierungen neuer Routen durch, dokumentiert laufende Projekte und unterstützt bei der Vernetzung lokaler Akteure. Bis heute haben 33 Kulturwege die Zertifizierung erhalten.

Eines der wichtigsten Ereignisse des Europäischen Instituts für Kulturwege stellt das jährlich stattfindende Forum, dar dass die Vertreter aller zertifizierten Kulturwege, internationale Organisationen (u.a. EU, UNWTO, ICOMOS), Experten für Kulturerbe und Tourismus, lokale und regionale Behördenvertreter sowie Universitäten zusammenbringt. In diesem Jahr wurde das Forum vom 19 bis 20. Oktober unter dem Thema „"Networking for culture and heritage. The Council of Europe’s Cultural Routes: making transnational connections work” in Aranjuez (Spanien) abgehalten. Für die Pilgerwege nach Santiago de Compostela waren unter anderem die Vertreter der europäischen Organisation der Jakobswege aus Le Puy-en-Velay und des Xacobeo aus Santiago de Compostela anwesend.

Kerninhalte waren die Beschäftigung mit aktuellen Standards für die Zertifizierung der Kulturwege, wie sie weiterhin eingehalten werden können sowie die Entwicklung von Werkzeugen, um sozioökonomische Auswirkungen messbar zu machen. Eine zentrale Frage drehte sich darum, wie man junge Menschen für kulturhistorische Themen begeistern könnte und welche Maßnahmen es gibt, um bei Kindern das Interesse und Verständnis für Kulturerbe, Denkmalschutz und gemeinsam geteilte Werte in interkulturellen Kontexten zu wecken. Auch die Einbeziehung von Social Media bei der Vermarktung der Kulturwege war ein großer Themenkomplex. Vorgestellt wurden verschiedene Projekte, in denen die Entwicklung von Apps oder die Nutzung von Blogs, Instagram, Facebook und Twitter im Vordergrund standen. In dem Zusammenhang präsentierte das Europäische Institut für Kulturwege seine neue Homepage, die unter www.culture-routes.net zu erreichen ist und alle 33 zertifizierten Kulturwege in einer interaktiven Karte darstellt. Weiterhin wurde die Frage erörtert, wie Nachhaltigkeit als Schlüsselelement für Wettbewerbsfähigkeit einbezogen werden kann. Diskutiert wurden außerdem die Rolle von internationalen Organisationen zur Unterstützung transnationaler

Kulturwege-Initiativen sowie die Interrelation zwischen Demokratie und Kulturwege unter dem Aspekt wechselseitiger Partizipation auf lokaler und internationaler Ebene.

Die Schlussfolgerungen nach zwei mit Workshops und Impulsvorträgen angereicherten Konferenztagen wurden in der „Erklärung von Aranjuez“ festgehalten und stellen die Leitlinien für ein gemeinsames Handeln bis zum Forum 2016 in Vilnius dar.

Weitere Informationen und Pressestimmen unter: http://www.culture-routes.net/news/aranjuez-forum- follow.

Kontakt: Dr. Katharina Maak, Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion e.V. Katharina.maak@gmail.com oder www.katharinamaak.de

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